Features im Radio

Features

Mittwoch 09:05 Uhr Ö1

Radiokolleg

Neue Wege in das Alter (3). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Statistisch gesehen gewinnen wir in jedem gelebten Jahr drei Monate an Lebenszeit dazu. Und: Wir leben nicht nur länger, sondern bleiben auch länger aktiv und gesund. Die Gestaltung dieser dritten Lebensphase ist so vielfältig wie individuell. Lebensträume wollen verwirklicht werden, Zeit für Familie und Enkelkinder wird großzügig reserviert, die schon lange ersehnte Weltreise geplant. Doch welche Voraussetzungen unterstützen diese Pläne? Aus medizinischer Sicht bleiben die Regenerationskräfte des menschlichen Körpers bis ins hohe Alter erhalten. Die biologischen Voraussetzungen dafür sind gesunde Ernährung und regelmäßige Bewegung. Doch Menschen brauchen soziale Netzwerke. Und diese gehen mit Eintritt in die Pension oft verloren und müssen nun neu aufgebaut werden. Auch der Wohnraum sollte der neue Lebensphase angepasst werden. Denn Barrierefreiheit garantiert langfristig Autonomie. Ob sich die vielen Pläne jedoch realisieren lassen, hängt nicht nur von der inneren Haltung der Seniorinnen und Senioren ab, sondern auch von deren finanziellen Möglichkeiten. Oft sind mit einer Pensionierung markante Einkommensverluste verbunden, die den individuellen Handlungsspielraum einschränken. Kann die Währung Zeit das ersetzen? Den dritten Lebensabschnitt gut gestalten heißt auch: diesen vorausschauend zu planen. Dazu zählt die Möglichkeit, sich mit den Errungenschaften der Digitalisierung auseinanderzusetzen. Sie dominieren immer mehr den Alltag. Sowohl Bankgeschäfte wie der Zugang zum Gesundheitssystem werden vermehrt online abgewickelt. Um weiterhin am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu können, müssen ältere und alte Menschen den Umgang mit digitalen Medien erlernen. Der Auftrag an die Politik wiederum ist es, ältere Menschen gezielt in das gesellschaftliche Leben zu integrieren und ihnen die Aufgaben, die sie bereit sind zu erfüllen, auch zu überantworten.

Mittwoch 09:05 Uhr Bayern 2

radioWissen

Erleuchtung Licht der Erkenntnis oder nur schöner Schein? Rajneesh, Bhagwan, Osho Der Guru der 70er Das Kalenderblatt 14.4.1917 Ludwik Zamenhof gestorben, Esperanto-Erfinder Von Xaver Frühbeis Erleuchtung - Licht der Erkenntnis oder nur schöner Schein? Autor: Andreas Hauber / Regie: Eva Demmelhuber Erleuchtung - das scheint das Ziel einer spirituellen Reise zu sein, eine Art der Vervollkommnung des sich als defizitär fühlenden Menschen. Wir verbinden damit schnell eine Weisheit aus Indien, das Wissen und die Praxis alter asiatischer Kulturen, eben "irgendwas mit Yoga". Aber stimmt das? Woher kommt der Begriff eigentlich und wovon ist die Rede, wenn von "Erleuchtung" gesprochen wird? Ursprünglich handelt es sich dabei um einen traditionell europäischen Terminus. Platon führt als erster ein Konzept der Erleuchtung in die Geistesgeschichte ein. Am geläufigsten ist sein Sonnengleichnis. Dies übernimmt der Neuplatonismus und bei Proklos begegnet uns Licht als das Ursprungsprinzip aller Dinge. Auch das Christentum spart nicht mit Lichtmetaphorik, gilt nicht zuletzt Jesus Christus als "Das Licht der Welt". Neuen Auftrieb bekommt Erleuchtung in der Aufklärung, in der das "Licht der Vernunft" als Gegenprinzip gegen jede dogmatische Religionsform steht. In den Kolonien wird der Begriff über Missionare in fremde Kulturen getragen und begegnet dort anderen religiösen Heilskonzepten. In diese fließt er in den Übersetzungen der dortigen heiligen Schriften ein und wird wieder nach Europa gewissermaßen reexportiert. Hier trifft er auf kriselnde religiöse Traditionen und eine große unbefriedigte spirituelle Sehnsucht in der Gesellschaft. Fernöstliche Religionspraktiken passen gut zu der in jener Zeit aufkommende Individualisierung der Religion. Jeder Mensch erscheint kompetent selbst sein Heil zu erlangen unabhängig von irgendwelchen Kirchen oder Klerikern. Bereits im 19. Jahrhundert erlangt der Erleuchtungsbegriff große Popularität, richtig wird er aber Anfang des 20. Jahrhunderts durch Bücher wie Hesses Siddhartha bekannt. Nach dem 2. Weltkrieg greift ihn erst die Hippie-, später die New Age-Bewegung auf und in unserer Zeit, die man in Anlehnung an Max Weber eine Zeit der "Wiederverzauberung der Welt" nennen könnte, hat er eine neue Renaissance. Rajneesh, Bhagwan, Osho - Der Guru der 70er Autorin: Bettina Weiz / Regie: Kirsten Böttcher Grauer Wallebart, flauschige Mütze, große, runde Augen, in denen der Schalk aufblitzen kann, und wenn er spricht, merkt man: der weiß, was er sagt, nimmt sich alle Zeit der Welt dafür - und zieht genau mit dieser tiefenentspannten Art die Menschen in seinen Bann: das ist Chandra Mohan, auch als Rajhneesh, Bhagwan und Osho bekannt. In den 70er Jahren faszinierte der Inder Hunderttausende vor allem junger Sinnsucher aus der westlichen Welt. Sie nannten sich seine Schüler, Sannyasins, lauschten seinen Reden, zogen sich rot an, hängten Holzperlenketten mit seinem Konterfei um die Hälse, pilgerten zu ihm ins indische Pune, später auch ins US-amerikanische Oregon, wo er zeitweilig auf einer Ranch lebte, meditierten, übten die freie Liebe und das Ausleben ihrer Aggressionen - und schockierten damit ihre Eltern und Altvorderen in Deutschland. Institutionen wie Ehe, Familie oder Religion erklärte Bhagwan zum Hauptgrund für Krankheiten und die neurotische Gesellschaft. Im Lauf seines Lebens wurde er allerdings selbst zu einer Institution. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Bernhard Kastner

Mittwoch 09:30 Uhr Ö1

Radiokolleg

Von der Krücke zu technischen Assistenzsystemen (3). Gestaltung: Ilse Huber Der Mensch ist unvollkommen. Sehen, hören, klettern oder gar fliegen können andere Lebewesen weitaus besser. Aber trotzdem kann er dank seiner Kreativität und Denkleistung diese Unvollkommenheit immer besser kompensieren. Ob alt oder jung, ob physisch beeinträchtigt oder sensorisch geschwächt- der Mensch findet Unterstützung, wenn der Körper nicht (mehr) kann. Er baut sich Hilfen. Mechanisch, elektrisch und mit Künstlicher Intelligenz. Die Assistenzsysteme bilden im Bereich der Pflege einen boomenden Sektor. Was als Sehbehelf begonnen hat, kann längst Worte sprechen. Die Brille wird zum Übersetzer. Oder ein Stift, der lesen und sprechen kann. Bei der Fortbewegung übernehmen Exoskelette die Arbeit des Stützapparates. Und wenn das Gegenüber ein intelligenter Roboter ist und zur Unterhaltung dient, ja dann ist die soziale neue Welt angebrochen. Wie weit helfen technische Assistenz-Systeme dem Menschen und seiner Umgebung? Und wo sind die Grenzen erreicht? Wann schwindet die Akzeptanz derartiger Hilfen und wie weit sind sie ausreizbar? Die Fragen zur Pflege stellen sich immer mehr Technikerinnen und IT-Spezialisten. Eine Rundschau von Ilse Huber.

Mittwoch 09:45 Uhr Ö1

Radiokolleg

Vokale Frauenbands (3). Gestaltung: Ute Maurnböck Es gibt derer viele: die Dixie Chicks, die sich seit vorigem Jahr nur noch The Chicks nennen, weil sie mit den alten Südstaaten-Ideologien nichts mehr zu tun haben wollen, die weltberühmten Andrew Sisters, ein Schwestern-Terzett, das in den 1940ern mit Ohrwürmern wie "Rum and Coca-Cola" oder "Bei mir bist du schoen" Welthits landete. Die erste schwesterliche Girlband waren sie allerdings nicht. Heute fast vergessen, aber von vokalen Frauenbands damals bis heute geliebt und kopiert waren die Boswell Sisters. Drei hochmusikalische Schwestern aus New Orleans, die in den 1930ern rund zehn Jahre lang unter den Top 20 der Hitparaden zu finden waren und auch spätere Musikerinnen wie Ella Fitzgerald beeinflusst haben. Sie werden in der Musikvierstelstunde genauso porträtiert wie die irischen Henry Girls, drei Schwestern aus Donegal, die den Boswell Sisters erst letztes Jahr mit "Shout Sister Shout" musikalisch Tribut zollen. Die Folk und Roots-Musikerinnen singen und spielen seit ihrer Kindheit zusammen, stehen fast ebenso lange auf der Bühne und touren regelmäßig auch durch Österreich: so wieder im Juni, so Corona es will. Ein weiteres Porträt widmen wir dem Südtiroler Trio Ganes, das sich von der Sagenwelt ihrer Heimat inspirieren lässt- musikalisch wie sprachlich. Zwei Schwestern und eine "Nicht-Verwandte" singen auf Ladinisch, die Weichheit der Sprache harmoniert mit den runden Klängen. Und zuletzt führt die Musikviertelstunde ins Italien der 1930er und 40er Jahre. Das Trio Lescano, bestehend aus drei Schwestern, zählte zu den erfolgreichsten Sängerinnen der Mussolini-Ära. Aus einer ungarisch-holländisch-jüdischen Zirkusfamilie stammend, wuchsen sie in Holland auf, wurden aber in Turin entdeckt. Mit ihren Swing- und Jazznummern boten sie die italienische Antwort auf die Andrew Sisters, erhielten sogar noch 1942 die italienische Staatsbürgerschaft - und wurden im Zuge des zunehmenden Antisemitismus mehr und mehr aus dem Geschäft gedrängt. Letztlich wurden sie der Spionage bezichtigt. Verleumdungen, die sie ins Gefängnis brachten. Nach dem Krieg wurde die Karriere noch wenige Jahre fortgesetzt - die letzte der Schwestern starb 2007 in Venezuela. Eines eint wohl die meisten der Swinging Sisters: "Ich kann mir nicht vorstellen, allein auf die Bühne zu gehen", sagt Lorna McLoughlin von den Henry Girls.

Mittwoch 13:34 Uhr WDR5

Neugier genügt - Das Feature

Mittwoch 15:05 Uhr Bayern 2

radioWissen am Nachmittag

Donald Winnicott Vermittler zwischen Mutter und Säugling Freuds Psychoanalyse Die relativierte Revolution Das Kalenderblatt 14.04.1917 Ludwik Zamenhof gestorben, Esperanto-Erfinder Von Xaver Frühbeis Donald Winnicott - Vermittler zwischen Mutter und Säugling Autorin: Valerie von Kittlitz / Regie: Sabine Kienhöfer Wie kaum ein anderer hat der englische Kinderarzt und Analytiker Donald Woods Winnicott die Pädagogik geprägt. "There is no such thing as a baby!" hat er in einer Debatte mit Kollegen einmal wütend ausgerufen - und damit den Kern seines Werks zum Ausdruck gebracht: Ein Baby ist kein scharf umrissenes Objekt, das nach einem Muster "funktioniert", sondern ein individuelles Wesen, auf das es einzugehen gilt, will man es verstehen. Diese Haltung war zu Winnicotts Zeiten mehr als ungewöhnlich. Er aber propagierte sie: 1896 in Plymouth geboren, bekam er zu Ende des zweiten Weltkrieges das Angebot, in der BBC zu sprechen. Aus einer Sendung wurden sechzig. Die Idee der ausreichend fürsorglichen Mutter "The good enough mother", war es, die dem Kinderarzt gebannte Zuhörerinnen und Zuhörer einbrachte. Winnicott ging es darum, das Vertrauen in die Fähigkeit zu stärken, ein Kind verstehen und umsorgen zu können. Er selbst blieb kinderlos und litt unter einer ersten, gescheiterten Ehe sowie den schmerzhaften Erinnerungen an seine eigene, unglückliche Mutter. Wer die Welt verbessern wolle, müsse bei der Kinderfürsorge anfangen, so Winnicott. Fünfzig Jahre nach seinem Tod sind die praktischen Tipps, die er diesem großen Wunsch zugrunde legte, kaum umstritten. Freuds Psychoanalyse - die relativierte Revolution Autorin: Prisca Straub / Regie: Martin Trauner Seit ihren Anfängen sind die Heilungserfolge der Psychoanalyse umstritten: Die übergroße Bedeutung des Sexuellen für die individuelle Entwicklungsgeschichte, wie Sigmund Freud sie noch postulierte, ist längst relativiert worden. Andererseits scheint die moderne Hirnforschung viel von dem zu bestätigen, was Freud Anfang des 20. Jahrhunderts zwar vermutete, aber noch nicht nachweisen konnte. Die Psychoanalyse - Wissenschaft oder wissenschaftliches Märchen? In jedem Fall: eine umstrittenen Disziplin. Doch in einem sind sich die Fachleute einig: Es geht heute - rund 100 Jahre nach Freuds wichtigsten Abhandlungen - nicht mehr darum, Freud zu idealisieren oder nachzubeten. Es geht darum, seine grundsätzlichen Überlegungen zum Unbewussten weiterzutreiben und mit heutigem Wissen zu verbinden. Moderation: Florian Kummert Redaktion: Susanne Poelchau

Mittwoch 19:00 Uhr rbb Kultur

FEATURE

Bleib bei mir, denn es will Abend werden Lieben im Altenheim Von Paula Schneider Regie: Claudia Kattanek Produktion: Dlf 2014

Mittwoch 19:30 Uhr Deutschlandfunk Kultur

Zeitfragen. Feature

Heimat Kärnten Tiefe und Untiefen eines Gefühls Von Stefan May (Wdh. v. 22.07.2020) Kärnten ist eine jener Landschaften, in denen das Heimatgefühl besonders ausgeprägt ist. Was bedeutet es, wenn Menschen mit ihrer Heimat fest verwurzelt sind?

Mittwoch 22:05 Uhr SWR2

SWR2 Feature

Bauernhof 2.0 Nachhaltigkeit durch Drohnen und Roboter? Von Tanja Busse (Produktion: WDR 2020) Allumfassende Digitalisierung soll Lebensmittelproduktion effizienter machen und Umweltprobleme lösen. Wie realistisch sind die Versprechen von Politik und Agrarindustrie? Melkroboter und GPS-gesteuerte Sämaschinen sind schon lange Alltag auf vielen Höfen. Nun arbeiten die Forscher an der Vernetzung von Schleppern und Landmaschinen mit Erdbeobachtungs-Satelliten Längst interessieren sich auch große IT-Konzerne für das Geschäft mit den Agrardaten. Aber wer wird sie nutzen? Und was heißt das alles für Landwirte und Landwirtinnen?

Mittwoch 22:08 Uhr Ö1

Radiokolleg

Gewonnene Jahre. Neue Wege in das Alter (3). Gestaltung: Margarethe Engelhardt-Krajanek Unterstützung bei der Pflege. Von der Krücke zu technischen Assistenzsystemen (3). Gestaltung: Ilse Huber Swinging Sisters. Vokale Frauenbands (3). Gestaltung: Ute Maurnböck

Mittwoch 22:30 Uhr HR2

Jazzfacts

What"s going on? - Features, Interviews und was die Szene (um-)treibt | Jazz in Polen Wiederentdeckt und neu gehört - Jazz in Polen

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